Mit der Diagnose Frontotemporale Demenz (FTD) hat sich mein Leben grundlegend verändert.
Doch eines ist geblieben – und sogar stärker geworden:
die Bedeutung meiner Familie.
Im Leben mit Frontotemporaler Demenz ist sie mein Halt.
Sie gibt mir Sicherheit in einer Zeit, in der vieles unsicher geworden ist.
Meine Familie sieht mich nicht nur als Erkrankten.
Sie sieht den Menschen.
Den Vater.
Den Großvater.
Den Partner.
Sie erinnern mich daran, wer ich bin – auch dann, wenn mir selbst manchmal die Worte fehlen.
Ihre Geduld, ihre Nähe und ihre Liebe geben mir Kraft, jeden neuen Tag anzunehmen, so wie er kommt.
Eine ganz besondere Rolle spielt meine Enkeltochter.
In ihr sehe ich Zukunft, Hoffnung und Leichtigkeit.
Wenn ich mit ihr zusammen bin, zählt nicht die Diagnose.
Nicht die Krankheit.
Nicht das, was vielleicht noch kommt.
Ihr Lachen.
Ihre Fragen.
Ihre Neugier auf die Welt.
Sie holt mich immer wieder ins Hier und Jetzt zurück.
Sie erwartet keine perfekten Sätze.
Keine schnellen Antworten.
Keine Leistung.
Sie nimmt mich so an, wie ich bin.
Und genau das ist vielleicht das größte Geschenk:
Nähe ohne Druck.
Liebe ohne Bedingungen.
Im Alltag mit Frontotemporaler Demenz ist Unterstützung durch Angehörige unbezahlbar.
Meine Familie gibt mir das Gefühl:
dazuzugehören
gebraucht zu werden
Teil einer Geschichte zu sein
Sie sind mein emotionaler Anker.
Mein Rückhalt.
Mein Sinn.
Solange ich sie habe, habe ich mehr, als jede Diagnose mir nehmen kann.
Sonntage sind für mich etwas ganz Besonderes.
Schon bei meiner Mutter war das gemeinsame Sonntagsessen Tradition.
Diese Tradition habe ich mit Liebe weitergeführt.
Ich liebe es, wenn meine Kinder, meine Enkeltochter und meine Schwiegertöchter an meinem Tisch sitzen.
Wenn gelacht wird.
Wenn Geschichten erzählt werden.
Wenn das Haus voller Stimmen ist.
Diese Treffen kosten mich viel Kraft.
Nach dem Essen bin ich oft erschöpft.
Doch ich lasse mir nichts anmerken.
Denn was zählt, ist dieser Moment:
Das fröhliche Stimmengewirr.
Das Lächeln meiner Familie.
Die kleinen Gesten der Nähe.
Es ist der Augenblick, auf den ich mich die ganze Woche freue.
Ich stamme aus einer großen Familie.
Zusammenhalt ist für mich mehr als ein Wort.
Familie bedeutet:
Heimat.
Geborgenheit.
Liebe.
Gerade im Leben mit FTD sind diese Sonntage ein Geschenk.
Sie stärken mich.
Sie erfüllen mich.
Und sie erinnern mich daran, dass wir – trotz allem – zusammen sind.