Frontotemporale Demenz ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der vor allem die Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns betroffen sind. Diese Hirnregionen sind unter anderem für Sprache, Verhalten, Persönlichkeit, Emotionen und Entscheidungsfähigkeit zuständig.
FTD unterscheidet sich deutlich von der bekannteren Alzheimer-Demenz und tritt häufig schon in jüngeren Lebensjahren auf.
FTD beginnt oft zwischen dem 40. und 65. Lebensjahr, kann aber auch früher oder später auftreten. Viele Betroffene stehen noch mitten im Berufsleben und haben Familie, was die Erkrankung besonders belastend macht.
Die Symptome hängen von der Form der FTD ab. Häufig sind:
Persönlichkeitsveränderungen
Verlust von Empathie und sozialem Feingefühl
Impulsives oder unangemessenes Verhalten
Sprachstörungen (Wortfindungsprobleme, Bedeutungsverlust von Wörtern)
Schwierigkeiten bei Planung, Organisation und Entscheidungen
Das Gedächtnis ist am Anfang oft noch relativ gut erhalten, was die Diagnose erschwert.
Ja, es gibt mehrere Unterformen:
Verhaltensvariante (bvFTD): Veränderungen im Verhalten und in der Persönlichkeit stehen im Vordergrund.
Primär progressive Aphasie (PPA): Sprachstörungen sind das Hauptsymptom.
Semantische Variante: Bedeutungen von Wörtern und Begriffen gehen verloren.
Nichtflüssige Variante: Sprache wird mühsam, stockend oder grammatikalisch falsch.
Die Diagnose erfolgt meist durch:
Neurologische und neuropsychologische Untersuchungen
MRT oder PET/CT des Gehirns
Gespräche mit Angehörigen
Ausschluss anderer Ursachen
Oft dauert es lange, bis FTD erkannt wird, da die Symptome anfangs psychisch oder stressbedingt wirken können.
Nein, derzeit ist FTD nicht heilbar. Es gibt keine Therapie, die den Krankheitsverlauf stoppen kann.
Es ist jedoch möglich, Symptome zu lindern, den Alltag zu strukturieren und die Lebensqualität zu verbessern – für Betroffene und Angehörige.
FTD ist eine fortschreitende Erkrankung. Die Veränderungen nehmen im Laufe der Zeit zu.
Der Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Menschen verlieren vor allem Sprache, andere vor allem soziale Fähigkeiten oder Selbstständigkeit.
FTD betrifft immer das gesamte Umfeld. Angehörige erleben oft:
Rollenwechsel
emotionale Belastung
Trauer über Persönlichkeitsveränderungen
Überforderung im Alltag
Viele fühlen sich allein gelassen oder missverstanden. Deshalb sind Austausch, Beratung und Unterstützung enorm wichtig.
Es gibt Selbsthilfegruppen, Online-Treffen, Beratungsstellen und spezialisierte Organisationen.
Der Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen hilft, sich weniger allein zu fühlen und praktische Tipps für den Alltag zu bekommen.
Ja, wenn ein Pflegebedarf von mindestens sechs Monaten besteht, kann Pflegegeld beantragt werden.
Die Höhe richtet sich nach dem tatsächlichen Unterstützungsbedarf und wird durch eine Begutachtung festgestellt.
Wenn jemand aufgrund der Erkrankung seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann, kann eine Erwachsenenvertretung eingerichtet werden.
Diese Person hilft bei rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Dingen – immer im Sinne der betroffenen Person.
Ja, unbedingt. Eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung geben Sicherheit und stellen sicher, dass Entscheidungen später nach den eigenen Wünschen getroffen werden.
Nein. FTD ist keine normale Alterserscheinung und keine bloße Vergesslichkeit.
Es handelt sich um eine schwere neurologische Erkrankung, die tief in Persönlichkeit, Sprache und Verhalten eingreift.
Ja, auch mit FTD ist ein sinnvolles, würdevolles und erfülltes Leben möglich.
Mit Verständnis, Unterstützung, Struktur, Offenheit und Menschlichkeit lassen sich viele schöne Momente bewahren – auch wenn sich vieles verändert.
Am wichtigsten sind:
Geduld
klare Strukturen
wertschätzende Kommunikation
emotionale Unterstützung
professionelle Beratung
und der Mut, Hilfe anzunehmen
Niemand muss diesen Weg alleine gehen.
Weil FTD oft unsichtbar ist.
Weil Betroffene häufig missverstanden werden.
Und weil Wissen hilft, Angst zu reduzieren, Vorurteile abzubauen und Mitgefühl zu schaffen.
🧠 Morbus Pick – eine Form der Frontotemporalen Demenz (FTD)
Morbus Pick ist eine historische Bezeichnung für eine bestimmte Form der Frontotemporalen Demenz. Der Begriff geht auf den Neurologen Arnold Pick zurück, der diese Erkrankung bereits Ende des 19. Jahrhunderts beschrieben hat.
Heute wird der Name „Morbus Pick“ im Alltag und in der Medizin oft als Sammelbegriff für FTD verwendet, auch wenn er streng genommen nur eine spezielle Unterform beschreibt.
In der modernen Medizin spricht man meist von Frontotemporaler Demenz (FTD).
Der Begriff "Morbus Pick" wird heute vor allem noch:
in älteren Arztbriefen
in historischen Diagnosen
oder im allgemeinen Sprachgebrauch
verwendet. Medizinisch korrekt ist heute die Bezeichnung FTD.
Bei Morbus Pick sterben Nervenzellen in den Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns ab.
In diesen Bereichen entstehen charakteristische Eiweißablagerungen, sogenannte Pick-Körperchen. Diese verhindern, dass die Nervenzellen normal arbeiten können.
Die Folge ist ein fortschreitender Verlust von:
Persönlichkeit
Sprache
emotionaler Steuerung
sozialem Verhalten
Die Symptome ähneln stark denen der FTD und betreffen vor allem:
starke Persönlichkeitsveränderungen
Enthemmung oder Rückzug
Verlust von Mitgefühl und Empathie
Sprachstörungen
impulsives oder unangemessenes Verhalten
mangelnde Krankheitseinsicht
Oft wirken Betroffene auf andere „verändert“ oder „wie ein anderer Mensch“.
Morbus Pick tritt häufig früher auf als andere Demenzformen, oft zwischen dem 40. und 65. Lebensjahr.
Viele Betroffene sind noch berufstätig, haben Familie und stehen mitten im Leben.
Die Diagnose erfolgt heute nicht mehr über den Namen „Morbus Pick“, sondern über die moderne FTD-Diagnostik:
MRT oder PET/CT des Gehirns
neuropsychologische Tests
Gespräche mit Angehörigen
Beobachtung von Verhalten und Sprache
Eine sichere Unterscheidung ist oft erst im Verlauf möglich.
Nein. Morbus Pick ist – wie alle Formen der FTD – derzeit nicht heilbar.
Es gibt keine Therapie, die den Krankheitsprozess stoppen kann.
Was jedoch möglich ist:
Symptome lindern
den Alltag anpassen
emotionale Stabilität fördern
Lebensqualität erhalten
Morbus Pick verläuft fortschreitend und individuell unterschiedlich.
Die Erkrankung führt im Laufe der Zeit zu zunehmender Abhängigkeit von Unterstützung und Betreuung.
Der Verlust betrifft vor allem:
soziale Fähigkeiten
Selbstständigkeit
Sprache
emotionale Kontrolle
Für Angehörige ist Morbus Pick oft besonders belastend, weil:
die Persönlichkeit sich stark verändert
der Mensch „innerlich zu verschwinden scheint“
emotionale Nähe schwieriger wird
Verständnis aus dem Umfeld oft fehlt
Viele Angehörige beschreiben ein Gefühl von Trauer, obwohl der Mensch noch lebt.
Der Begriff ist wichtig, weil viele Betroffene ihn in alten Befunden lesen und verunsichert sind.
Zu wissen, dass Morbus Pick heute unter FTD eingeordnet wird, schafft Klarheit und Orientierung.
Ja. Auch wenn die Erkrankung nicht heilbar ist, bleibt der Mensch immer mehr als seine Diagnose.
Würde, Nähe, Liebe, Musik, Berührung, Humor und menschliche Verbindung bleiben möglich – oft länger, als man denkt.
Morbus Pick nimmt Fähigkeiten, aber nicht den Wert eines Menschen.
Auch wenn Worte, Verhalten und Persönlichkeit sich verändern, bleibt das Bedürfnis nach Nähe, Verständnis und Menschlichkeit bestehen.
Diese FAQ-Seite soll Mut machen, informieren und zeigen:
Auch mit einer schweren Diagnose bleibt man Mensch – mit Würde, mit Gefühlen und mit einer Stimme, die gehört werden darf.